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Sollten Siebenten-Tags-Adventisten Weihnachten feiern?

23rd December 2015

Ich habe viele Adventisten getroffen, die in irgendeiner Weise gegen die Feier von Weihnachten waren. Für Einige war es der Gedanke, dass Weihnachten nicht in der Heiligen Schrift zu finden ist, und dass es zur christlichen Tradition wurde, als Ersatz für einige heidnische Feste. Andere haben gesehen, wie die Welt dieses Fest feiert, und waren entsetzt von dem Konsumzwang, der Eitelkeit und der Maßlosigkeit, wie es oft an Weihnachten zu beobachten ist. Obwohl dies berechtigte Sorgen sind war ich immer fasziniert von dem was Ellen White zu diesem Thema zu sagen hatte.

"Da der 25. Dezember gefeiert wird, um der Geburt Christi zu gedenken und da die Kinder durch Gebot und Beispiel gelehrt worden sind, dass dies tatsächlich ein Tag der Freude und des Frohsinns war, werdet ihr schwerlich über diese Zeit einfach hinweggehen können, ohne ihr auf irgendeine Weise Beachtung zu schenken. Dies kann sehr nutzbringend getan werden." – Adventist Home, 478.

"Schnell kommt wieder die Feiertagszeit mit ihren Geschenken, und Alt und Jung denken nun eifrig darüber nach, was man den Freunden als Zeichen der Zuneigung geben könnte. Es ist schön, von Menschen, die wir lieben, ein Geschenk zu erhalten, wie gering es auch sein mag. Es versichert uns, dass
man uns nicht vergessen hat und scheint das Band um uns und unsere Freunde ein bisschen enger zu
knüpfen. Es ist gut, einander Zeichen der Liebe und der Erinnerung zu schenken, wenn wir dabei Gott nicht vergessen, der unser bester Freund ist. Wir sollten solche Geschenke auswählen, die für den, der sie bekommt, auch wirklich nützlich sind. Ich würde hier solche Bücher empfehlen, die eine Hilfe für das Verständnis des Wortes Gottes sind oder auch unsere Liebe zu den Geboten der Schrift steigern. Schenke doch etwas zum Lesen für diese langen Winterabende." – Adventist Home, 479.

"Es würde Gott sehr gefallen, wenn zu Weihnachten in jeder Gemeinde ein Weihnachtsbaum stünde, auf dem kleine und große Opfergaben für diese Andachtshäuser aufgehängt würden. Wir erhalten Briefe, in denen die Frage gestellt wird: „Sollen wir einen Weihnachtsbaum haben? Wäre es nicht weltlich?” Unsere Antwort ist: Du kannst es genauso machen wie die Welt, wenn du die Neigung dazu hast; du kannst es aber auch ganz anders als die Welt machen." – Adventist Home, 482.

Lasst uns klartext reden, Jesus wurde sehr wahrscheinlich nicht am 25. Dezember geboren. Die Bibel sagt uns nichts über das genaue Datum der Geburt Christi. Es hat noch nicht einmal zu Beginn des Jahres 1 n.Chr. stattgefunden, sondern sehr wahrscheinlich erst 4 v.Chr. Und Ja, ich halte es für wahrscheinlich, dass das Datum für Weihnachten so gewählt wurde, um ein heidnisches Fest abzulösen.

Also, wenn es nicht das wirkliche Geburtsdatum ist, warum es dann feiern? Was wirklich wahr ist, ist die Geburt Christi. Und obwohl uns nicht gesagt wurde, wann genau dieses Ereignis stattgefunden hat, wissen wir, dass es der Feier wert ist. Die Engel sangen, die Hirten beteten an, und Gott selbst nutzte die Himmel um alle, die wirklich auf der Suche waren, nach Bethlehem zu lenken. (Nun gut, die Weisen kamen zwar nicht genau zum Zeitpunkt der Geburt Christi an, aber nicht lange danach - Vergleiche Mt 2, 7.16 und Lk 2, 21-24)

Wahrlich, die Menschwerdung Gottes, sein Fleisch werden, ist ein außergewöhnlicher und einzigartiger Einblick in den Charakter Gottes. „Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.” (Phil 2, 6-7). „Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.” (Lk 2, 10-11). Wenn die Freude von der Geburt Christi für alle Menschen gilt, dann ist es angebracht mit einer Feier daran zu gedenken. Einige argumentieren, dass Christi Tod und Auferstehung wichtiger sind als seine Geburt, wenn es um einen Bezug zur Heilsgeschichte geht. Aber ein Vergleich der Bedeutung von diesen Ereignissen ist, als würde man fragen, welchen von den Flügeln ein Vogel mehr braucht, um zu fliegen. Jesus konnte nicht für uns sterben, ohne einer von uns zu werden. Und es gibt Aspekte von Gottes Charakter, die durch die Menschwerdung zum Ausdruck kommen: grenzenlose Großzügigkeit, Liebe und Demut. Einen Tag zu haben, an dem die Kirche daran gedenkt und zeigt wie die Liebe Gottes ist, scheint eine sehr angemessene Antwort auf das zu sein, was Er für uns getan hat.

Was sollen wir nun an Weihnachten machen?

Das erste Kommen Christi war Freude für die Welt – deswegen sollen wir in Erinnerung daran fröhlich sein. Es war ein unverdientes Geschenk an die Menschheit – somit ist es vielleicht nicht zu weit gegriffen unverdiente Geschenke an unsere Mitmenschen zu schenken. Es war auch ein Geschenk an die Armen und sehr Bedürftigen – also wäre es im Sinne von Weihnachten, den Armen zu helfen. (Es ist allerdings wichtig zu jederzeit den Armen zu Helfen. Besonders nicht zu Weihnachten, denn jeder hilft den Armen an Weihnachten.) Es war ein Ereignis verkündet von Hirten und weisen Männern – vielleicht ist es auch noch heute eine gute Möglichkeit zur Verkündigung.

Von Valentin Zywietz