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#Evangelism

26th August 2016

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Dieses Jahr hielt GYC Europe zum ersten Mal eine FOCUS Veranstaltung in Stupini, Rumänien ab. FOCUS ist ein lokaler Kongress. Die Idee ist es drei Einheiten an jedem Ort anzubieten. Der erste Block heißt „Zu Jesus kommen“ und besteht aus fünf Workshops. In dieser Artikelserie teilen verschiedene Redner einen Teil ihres Workshops, in Form eines Artikels, mit uns. Dieser Workshop wurde in Leicester gehalten.—Verfasser.

Während ich über das Thema „Zu Jesus kommen“ für die kommende GYC FOCUS Veranstaltung nachdachte, wurde ich an die Szene in Lukas 15 erinnert. Am Anfang dieses Kapitels finden wir die Zöllner und andere Menschen, die von der jüdischen Gesellschaft als „die Sünder“ bezeichnet wurden, die zu Jesus kamen um von ihm zu lernen. Beide dieser Gruppen wurden absichtlich und nicht grundlos als Außenseiter der Gesellschaft gesehen. Und dennoch nimmt Jesus sie offen auf und genießt ihre Gesellschaft, sehr zur Verwunderung und zum Ärger der Pharisäer. Die Pharisäer waren sichtlich aufgebraucht und beschwerten sich untereinander, indem sie sagten: „Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen!“ Lukas 15:1-2.

Sie konnten nicht verstehen, wie ein Einzelner, der von sich behauptete der Erwählte und lang erwartete Messias zu sein, die Gesellschaft von „wertvollen“ Menschen, wie sie es waren, meidete, während er sich den „Verachteten“ der Gesellschaft zuwandte. Als Antwort darauf erzählt Jesus eine Reihe von drei Gleichnissen. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Münze und dem verlorenen Sohn. Während diese Gleichnisse in erster Linie als Tadel für die selbstgerechten Pharisäer zu verstehen sind, bieten sie den Hörern ebenfalls eine Illustration der Einstellung Gottes zu verlorenen und irrenden Menschen im Kontrast zu den Pharisäern.

Jesus beginnt seine Einleitung zum Gleichnis des verlorenen Schafes mit einer rhetorischen Frage: Wenn du hundert Schafe hättest und herausfindest, dass eines von ihnen fehlt, würdest du dann nicht die neunundneunzig zurücklassen, da sie sicher sind und nach dem einen verlorenen Schaf suchen? Die unausgesprochene Antwort auf seine Frage ist ein entschiedenes Ja; jeder verständige Mensch hätte keine Ruhe, wissend, dass eines der Schafe hilflos verloren und verdammt ist zu sterben.

Hierin wird Gottes Einstellung zu Sündern deutlich: „(Er) will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.“ 2 Petrus 3.9. Genau das war die Mission Christi, während er auf dieser Erde war. Für Jesus war das Retten von Sündern die erste Priorität in seiner Agenda. Es war seine Agenda und alles was er tat, drehte sich um dieses einzige Ziel. Es war und ist immernoch sein fesselnder Gedanke. Er lebt seit jeher, um für uns Fürspreche zu halten! vgl. Hebr. 7:25. Als Ausgestoßene der Gesellschaft liebten sie es in der Nähe Jesu zu sein. Er gab ihnen Würde, er fühlte mit ihren Bedürfnissen und Umständen, er nahm sie so an, wie sie waren. Die Zeit hat seine Liebe für die Verlorenen nicht verkleinert, er sehnt sich noch immer nach der Erlösung für jeden Sünder, wie er es auch damals tat.

Darüber hinaus illustriert das Gleichnis, dass es Gottes Wunsch ist einzelne Sünder zu retten:

Durch das verlorene Schaf stellt Christus nicht nur den einzelnen Sünder dar, sondern die eine abgefallene Welt, die durch die Sünde ruiniert wurde.—Ellen White, Christ’s Object Lessons, 190, (Hervorhebung durch den Autor [eigene Übersetzung]).

Das diese gefallene Welt im Mittelpunkt der Liebe Gottes steht ist ein Geheimnis, das jenseits des menschlichen Verstandes steht. Wir wissen aus der Bibel, dass die Erde nicht die einzige „belebte Welt“ ist, die von Gott geschaffen wurde. vgl. Epheser 3:10. In dem Moment als die Menschheit gefallen ist, hat Gott nur eine von vielen Welten verloren. Er hätte die Menschheit sterben lassen können. Trotzdem war es für Gott unmöglich tatenlos zuzusehen, während diese verlorene Welt zugrunde geht. Er wendete sein eigenes Prinzip an, wie wir es aus Lukas 15 kennen.

Diese Welt ist nur ein winziger Fleck in dem großen Herrschaftsgebiet über das Gott wacht und doch ist diese kleine gefallene Welt—das eine verlorene Schaf—wertvoller in seinen Augen als die neunundneunzig, die nicht von der Herde abgekommen sind.—Ibid. [eigene Übersetzung]

In der Darstellung von selbstloser Liebe, verließ Jesus den Thron seines Vaters und kam um die Menschheit dort zu treffen, wo sie es brauchten und um ihr Erlösung zu ermöglichen. So wie der Hirte, der geht um sich auf die Suche nach dem verlorenen Schaf zu machen, bis er es findet, machte sich Jesus auf zu unserer Welt, um für sie Erlösung zu bewirken. Seit dem Fall von Adam und Eva ist diese Welt das Zentrum der Gedanken Gottes. Woran denken wir, während Gott an uns und unsere Erlösung denkt? Worin liegen unsere Prioritäten? Was sind unsere Hoffnungen, Träumen und höchsten Bestrebungen? Könnte es höhere Bestrebungen geben als Mitarbeiter Gottes zu werden und sein Anliegen voranzutreiben - ein Anliegen, das ihm alles bedeutet!

Um die Sünde und ihre Konsequenzen zu vernichten, gab er seinen meist Geliebten, und gab ihn in unsere Hand, damit wir durch die Zusammenarbeit mit ihm, dem ganzen Leid ein Ende zu setzen. „Dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden in der ganzen Welt als Zeugnis für alle Nationen, und dann wird das Ende kommen.“—Ellen White, Education, 263 [eigene Übersetzung].

Der Ausdruck „Dieses Evangelium“ ist wichtig; es schließt ein, dass nur das Evangelium, auf welches Jesus sich bezogen hat, das Potential hat, das Ende dieser Welt durch die Verkündigung herbeizubringen. Der Ausdruck könnte ebenso die Möglichkeit einschließen, dass ein anderes Evangelium aufkommt. Die christliche Welt hat viele verschiedene Formen des Evangeliums hervorgebracht. Doch nur „dieses Evangelium“, auf welches Jesus sich bezieht, ist das „ewige Evangelium“. Als Adventisten glauben wir, dass dieses Evangelium in den Botschaften der drei Engel in Offenbarung 14 beschrieben wird. Deshalb sollten wir, als Gemeinschaft von Gläubigen, diese Botschaft einer sterbenden Welt bringen, egal welche Mittel es kostet. Es soll unser dringlichster Wunsch sein.

Dies scheint eine unüberbrückbare Aufgabe zu sein, wenn man daran denkt, dass die Gemeinde nur 18 Millionen Mitglieder hat im Gegensatz zur Gesamtweltbevölkerung von 7,2 Milliarden. Wie auch immer, wir können Ermutigung und Inspiration in dem Fortschritt des Evangeliums zur Zeit der Apostel finden. Während sie im Obergemach saßen, kurz vor Pfingsten, mussten Jesu Worte in den Ohren der 120 Jünger geklungen haben:

„(A)ber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“ Apostelgeschichte 1:8.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Aufgabe für sie ebenso überwältigend, wie spannend gewesen sein muss. Auf der einen Seite, hatte Christus ihnen eine Aufgabe aufgetragen, die nicht durch menschliche Bemühungen allein vollbracht werden kann; die Mission von ihm vor der ganzen Welt zu predigen. Auf der anderen Seite, waren die letzten Worte Christi ein Versprechen, dass der Heilige Geist kommen würde, der ihnen die Kraft geben würde, um dem Ruf gerecht zu werden. Es wurde geschätzt, dass das römische Imperium in seiner Gesamtheit um die 180 Millionen Bürger hatte, im Kontrast zu den 120 Jüngern, die im Obergemacht auf die versprochene Kraft warteten, um das Evangelium in der ganzen Welt zu predigen. Das entspricht einem verblüffenden Verhältnis von 1,5 Millionen Ungläubige für jeden Christen in diesem Raum, eine Aufgabe, die wirklich zu groß war!

Trotzdessen finden wir die folgende Aussage aus der Feder des Apostel Paulus in seinem Brief an die Kolosser, in dem er sich auf das Evangelium bezieht, „das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel.“ Kolosser 1:23.

Wie wurde diese große Leistung bewerkstelligt? Die Apostel hatten nur verkümmerte Methoden zur Verfügung. Ihre Arbeit bestand darin nahegelegene und ferne Orte zu besuchen und das Evangelium persönlich zu predigen. Individuell konnten sie nur an einem Ort zu einer Zeit sein. Dennoch haben sie versucht, diesen Umstand zu überwinden, indem sie bekannte Kanäle der Kommunikation nutzten, um ihre Gedanken zu Papier zu bringen und ihre Briefe an verschiedenen Orten zu verteilen. Obwohl dieser Prozess der Briefverteilung Wochen oder Monate dauerte, war es die modernste Form der Kommunikation, die sie hatten.

Auf ähnliche Weise bemühten sie die Pioniere des Adventglaubens darum, neue Methoden des Wirkens zu entwickeln und alle Vorteile und Möglichen zu nutzen, ihren Glauben mit der Welt zu teilen. Aus diesem Grund begann die Verlagsarbeit als zentraler Kern der evangelistischen Bemühungen. Aus dem bescheidenen Anfang von weniger als 100 gläubigen Mitarbeitern ffolgte die große Enttäuschung. Heute ist die Adventgemeinde auf circa 18 Millionen Mitgliedern angewachsen. Das veranschaulicht die folgende Aussage:

Es werden Menschen gebraucht, die Gott um Weisheit bitten, die, unter der Führung Gottes, neues Leben in alte Methoden der Arbeit bringen, neue Pläne erarbeiten können und neue Wege finden um das Interesse der Gemeindeglieder, zum Erreichen von Männern und Frauen in der Welt, zu wecken.—Ellen White, Evangelism, 105 [eigene Übersetzung].

Wir leben heute in einer zunehmend digitalen Welt, in der 92% der britischen Bevölkerung Zugang zum Internet und sozialen Medien hat. So, wie die Briefe in den Tagen der Apostel und die Veröffentlichungen in den Tagen unserer Pioniere, haben soziale Medien und digitale Technologien das Potential, unseren Zugang zur Evangelisation zu revolutionieren.Es liegt an uns, durch die Weisheit unseres Gottes und der Kraft seines Geistes, diese bekannten Kanäle der Kommunikation, sowie auch andere Mittel, zu nutzen um ein Anliegen voranzutreiben, das Gott sehr am Herzen liegt.

Naison Chatiyo ist Mitglied der Heimatmission Abteilung in der Nord-Englischen Vereinigung.