Tags


Auf meinem Nachttisch #1 | Die absolute Wahrheit (Justin Kim)

3rd April 2018

click for English click for Croatian click for German click for Italian click for Portuguese click for Romanian click for Russian click for Spanish
Die absolute Wahrheit: Die Befreiung des Christentums von ihrer kulturellen Gefangenschaft, Nancy Pearcey (2004).

Es ist kein schwieriges Buch, aber es handelt von den Grundlagen der Kultur und Gesellschaft. Deshalb lese ich immer wieder dieses Werk von der Philosophin und Apologetin Nancy Pearcey. Bei „Die absoluter Wahrheit“ geht es nicht um eine Reihe von Wahrheiten, die oft in christlichen Konfessionsgemeinschaften diskutiert werden. „ Die absolute Wahrheit“ setzt sich für eine übergreifende biblische Weltanschauung von Wahrheit ein, die völlig von der Moderne abgelehnt wird. Nancy Pearcey postuliert, dass „der entscheidende Fehler von Liberalismus ist, dass er sich an das Zwei-Schichten-Konzept von Wahrheit anpasst. Es akzeptiert eine naturalistische Bewertung von Wissenschaft und Geschichte in der tieferen Schicht, während es auf Theologie als die obere Schicht verweist, die auf eine persönliche, nicht kognitive Erfahrung reduziert wird“ (Englisch Seite 115).

Als Folge dessen scheinen Christen, besonders junge Erwachsene und Schüler, sich beengt, unfähig und unbehaglich zu fühlen, wenn sie über ihre religiösen / spirituellen Überzeugungen in der Öffentlichkeit reden oder diese sogar ausleben. Pearcey schreibt darüber, wie das Besitzen einer umfassenden und beständigen Weltanschauung die Interaktion des Christentums mit Wissenschaft, Kultur, und sogar Freiheit in der Kunst beeinflusst. Während sie die Rolle des biblischen Apologeten hervorhebt, sagt sie, dass es

„unsere Aufgabe ist, Menschen diesen Widerspruch – zwischen dem, was er sagt, das er glaubt und dem, was sein Leben aussagt – aufzuzeigen“ (Englisch Seite 111).

Von der Geschichte bis hin zur Wissenschaft und von der Kunst bis hin zur Sexualität gibt es keinen Bereich, der davon nicht betroffen ist.

Da diese Voraussetzung viele verschiedene Disziplinen betrifft, werde ich damit weitermachen, zu diesem Buch zurückzukehren und immer wieder neue Einsichten zu sammeln, besonders zu den zwei folgenden Kategorien. Eine ist das Gefühl von intellektueller Freiheit für Christen, die in der modernen Welt leben. Während spirituelle Diskurse und biblische Werte entweder ignoriert werden oder in den privaten Sektor verbannt werden, ruft Pearcey zu ideologischer Freiheit und Fairness auf. Zweitens, zeigt „Die absolute Wahrheit“ einen eindeutigen Bedarf für junge Individuen auf, das Vakuum biblischer Zugänge zu verschiedenen Disziplinen und Feldern zu füllen.

“Die Gefahr ist, dass wenn Christen nicht bewusst einen biblischen Zugang zu diesen (akademischen) Themen entwickeln, wir dann unbewusst andere philosophische Zugänge dazu aufnehmen. Eine Ansammlung von Ideen, um die Welt zu interpretieren, ist wie eine philosophische Werkzeugkiste voll mit Ausdrücken und Konzepten. Wenn Christen nicht ihre eigenen Werkzeuge zur Analyse entwickeln und dann Probleme aufkommen, die sie verstehen wollen, werden sie sich rüber lehnen und das Werkzeug einer anderen Person ausleihen – egal welche Konzepte allgemein in ihrem Feld oder in der Kultur akzeptiert werden… Sie mögen vielleicht sogar eine ganze Sammlung von fremden Prinzipien aufnehmen, ohne dies zu realisieren… In anderen Worten: Wir versagen nicht nur darin, Salz und Licht für eine verlorene Kultur zu sein, sondern werden am Ende vielleicht sogar selbst von dieser Kultur geformt“ (Englisch Seite 44).

Jesus wird nicht in den privaten Schlupfwinkel meines spirituellen Lebens abgedrängt. Die Herausforderung für mich ist, Ihn den Herrn von allem zu machen, was ich in der Gesellschaft tue und worüber ich gründlich und weltanschaulich nachdenken kann. Jesus ist nicht nur mein Herr, wenn ich ein Nachfolger bin, aber auch über mein ganzes Sein und meine ganze Identität als Bürger, Mann, Sterblicher, Einwohner, Bewohner, Steuerzahler, Vater, Individuum, Käufer, Künstler, Person, menschliches Wesen und lebende Seele.


Justin Kim dient als stellvertretender Direktor der Abteilung der Sabbatschule und als Herausgeber des Quartalsheftes für junge Erwachsene für die Generalkonferenz der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er war auf einer katholischen Schule und graduierte an der jüdisch gesponserten Brandeis University. Danach forschte er an der Harvard Medical School und studierte am christlichen theologischen Seminar der Siebenten-Tags-Adventisten. Er diente als Missionar, Prediger, Produzent und Mitbegründer der GYC-Bewegung. Vier Dinge sind gleich geblieben: seine Liebe für Gott, die Zuneigung zu seiner Frau Rachel und seinen zwei Söhne Noah und Nathaniel, die Sucht, gute, gedankenvolle Bücher zu kaufen und zu lesen, und seine totale Abneigung gegenüber Koriander.